Verhaltensstörungen des Pferdes
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Koppen und Weben sind Verhaltensstörungen des Pferdes.
Koppen
Koppen bezeichnet das Öffnen des Schlundkopfes durch Anspannen der unteren Halsmuskulatur, woraufhin Luft in die Speiseröhre einströmt. Dabei entsteht meist ein deutlich hörbares Geräusch, ähnlich einem Rülpser beim Menschen. Man unterscheidet zwei Formen des Koppens. Beim Aufsetzkoppen setzt das Pferd die oberen Schneidezähne auf einen Gegenstand geeigneter Höhe auf, wobei der Hals stark gebogen wird. Dies kann die Futterkrippe (daher auch der Begriff „Krippensetzer“), ein Balken oder Ähnliches sein. Manche Pferde erfassen den Gegenstand auch mit den Zähnen. Beim Freikoppen bewegt das Pferd seinen Kopf erst zur Brust und dann in einer ruckartigen Bewegung nach vorne. Aufsetzkopper kommen weitaus häufiger vor.
Ursachen
Die Ursachen des Koppens sind nicht gänzlich geklärt. Nachgewiesen ist jedoch, dass Pferde mit nicht ausreichenden Beschäftigungsmöglichkeiten, zu wenig Bewegung oder fehlendem Kontakt zu Artgenossen eher zum Koppen neigen. Das Koppen kann also eine Reaktion auf Langeweile sein. Andererseits haben Studien gezeigt, dass in bestimmten Zuchtlinien das Koppen wesentlich häufiger auftritt als in anderen. Es liegt also nahe, dass es auch eine genetische Anlage zum Koppen gibt, die vererbbar ist. Weiterhin konnte auch ein Zusammenhang zwischen schlechter Fütterung, d. h. insbesondere zu wenig Rauhfutter, und dem Koppen hergestellt werden. Bei der Entstehung von Magengeschwüren bei Pferden spielt die Fütterung ebenfalls eine große Rolle. Neuere Studien deuten darauf hin, dass das Koppen auch eine Reaktion auf die Entstehung eines Magengeschwüres sein kann.
Folgen
Die Folgen des Koppens sind eine übermäßige Ausbildung der Halsmuskulatur und bei Aufsetzkoppern eine verstärkte Abnutzung der oberen Schneidezähne. An manchen Stellen wurde ein Zusammenhang zum Auftreten von Koliken hergestellt, konnte aber als direkte Folge des Koppens nicht nachgewiesen werden. Insofern hat das Koppen meist keine schwerwiegenden Folgen für das Pferd, sondern wird hauptsächlich von den Besitzern als störend empfunden. Koppen zählte zu den Gewährsmängeln, die bis 2002 im Kaufrecht einer Sonderregelung unterlagen.
Therapie
Es ist sehr schwierig zu erreichen, dass ein Pferd, welches mit dem Koppen begonnen hat, wieder damit aufhört. Natürlich sollten in jedem Fall Haltung und Fütterung optimiert und die Möglichkeit eines Magengeschwüres ausgeschlossen werden. Um das Symptom des Koppens und nicht die Ursachen abzustellen, gibt es verschiedene Therapien. Eine pharmakologische Therapie ist das Verabreichen von Antagonisten wie Serotonin. Nach Absetzen des Medikaments beginnt das Pferd aber sofort wieder zu koppen.
Der Kopperriemen ist ein Halsband, das die Anspannung der Halsmuskulatur erschweren soll und kann Erfolge erzielen, wenn er sehr früh eingesetzt wird.
Bei der operativen Therapie werden die für das Koppen notwendigen Halsmuskeln (Musculus sternocephalicus, sternohyoideus und sternothyroideus) funktionsunfähig gemacht. Diese Therapie hat eine hohe Erfolgsrate, die Prognose ist aber auch hier umso besser, je früher das Pferd operiert wird.
Weblinks
- www.fvvetmed.unizh.ch/daten/Chirurgie/Kopper.doc (Verhaltensstörungen und Stereotypien des Pferdes (Word Dokument)
- www.vetline.de/facharchiv/pferde/fachinformationen/krippensetzen_kreiswandern_pferde_schweiz.htm (Kausale Risikofaktoren zum Krippensetzen, Weben und Kreiswandern bei Pferden in der Schweiz)
Zitiert aus:
Artikel Koppen. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 15. Dezember 2007, 09:38 UTC. URL: de.wikipedia.org/w/Koppen (Abgerufen: 16. April 2008, 07:17 UTC)
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Weben
Symptome
Beim Weben pendelt das Pferd mit der Kopf-Hals-Partie hin und her, wobei zusätzlich das Gewicht ständig von einem Vorderbein auf das andere verlagert wird. Bei sehr starkem Weben kann es sein, dass die Hinterhand in die Gegenrichtung pendelt. Durch die dauerhafte Belastung kann es zu Schäden im Bereich der Vorhandgelenke (Knochen und Sehnen) kommen. Dieser stereotype Bewegungsablauf ist auch von anderen Tieren in Gefangenschaft wie zum Beispiel Elefanten, Kamelen und Bären bekannt.
Das Weben tritt seltener auf als das bekanntere Symptom „Koppen“, etwa im Verhältnis 1:3. Meist sind Pferde mit höherem Vollblut-Anteil eher vom Weben betroffen.
Ähnliche Verhaltensstörungen bei Pferden
Unter der „Manegebewegung“ versteht man eine permanente Kreisbewegung des Pferdes in seiner Box. Das bereits genannte Koppen ist ebenso eine stereotype Verhaltensstörung wobei man hier noch zwischen Aufsetzkoppern und Freikoppern unterscheidet.
Bekämpfung der Störung
Eine Bekämpfung des Webens ist meistens schwierig und langwierig. Einerseits muss Ursachenforschung betrieben werden, um die möglichen Auslöser für die psychische Belastung des Pferdes, wie z.B. Überbelastung in Trainingssituationen, Isolation von den Artgenossen oder auch Langeweile herauszufinden. Andererseits ist eine begleitende Optimierung der artspezifischen Haltungsbedingungen des Pferdes, vor allem hinsichtlich der Futteraufnahme, der artgerechten Bewegung und des Sozialverhaltens, anzustreben. Primäre Maßnahmen sind hier vor allem die Offenstallhaltung bzw. regelmäßiger Koppelgang.
Da das Weben eines Pferdes von anderen Pferden nachgeahmt werden kann, wird teilweise die Trennung eines webenden Pferdes von nicht webenden Pferden empfohlen.
Rechtliche Situation beim Pferdekauf
Das Weben gilt als Mangel, der vor dem Pferdekauf offengelegt und dokumentiert werden sollte. Eine Nichtbeachtung kann später rechtliche Folgen bis zu Preisminderung und Rücknahme des webenden Pferdes haben. Allerdings zählt das Weben nicht zu den bis Ende 2001 kaufrechtlich relevanten sogenannten Hauptgewährsmängeln beim Pferdekauf.
Weblinks
- www.vetline.de/facharchiv/pferde/fachinformationen/krippensetzen_kreiswandern_pferde_schweiz.htm?PHPSESSID=4e5c82855e4fb9bcbfbac82456748d76 vetline.de] - Kausale Risikofaktoren zum Krippensetzen, Weben und Kreiswandern bei Pferden in der Schweiz
- www.reitforum.de/showthread.php?t=10762 reitforum.de] - Artikel: Die Psyche des Pferdes
- www.nordstern-net.de/archiv/2001/050601/pferde.html NordStern] - Verhaltensstörungen und Untugenden von Pferden - Teil I von Peter Mohr
Zitiert aus:
Artikel Weben (Pferd). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. Oktober 2007, 20:39 UTC. URL: de.wikipedia.org/w/Weben (Abgerufen: 16. April 2008, 07:15 UTC)
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Kopfschlagen (Headshaking)
Als Headshaking wird bei Pferden eine Verhaltensstörung bezeichnet, die sich in permanentem Kopfschlagen äußert.
Symptome
Das Symptom des Kopfschlagens (englisch Headshaking) ist namensgebend für die Krankheit. Zusätzlich versuchen die Tiere die Nase am Boden, der Wand oder den Vorderbeinen zu reiben, um einen permanenten Juckreiz abzustreifen. Das Krankheitsbild beginnt meist schleichend und kann sich bis zu einem Maße steigern, wo das Reiten unmöglich wird. Die Tiere sind im Extremfall so sehr abgelenkt, dass sie sich selbst, den Reiter und ihre Umgebung gefährden. Vielfach treten die Symptome auch nur jahreszeitlich bedingt auf. Headshaker werden oftmals auch lichtempfindlich und reagieren sehr sensibel auf Berührungen am Kopf.
Ursachen
Wurde das Verhalten früher schlicht auf eine zu feste Reiterhand abgeschoben, ist man sich heute darüber im Klaren, dass dies nicht immer die einzige Erklärung darstellen kann. Wie auch beim Menschen, entwickeln sich in letzter Zeit immer mehr Allergien bei Pferden, die das Headshaking auslösen können, tritt es nur zu bestimmten Jahreszeiten auf, so ist es naheliegend auf Allergien zu testen. Das Verhalten kann auch durch Stress ausgelöst werden und ist in diesem Falle mit dem menschlichen Burnout-Syndrom zu vergleichen. Ein störender Wolfszahn ist eine weitere häufige Ursache.
Behandlung
Die Behandlung ist meist sehr schwierig, da das Headshaking durch eine Reihe von Ursachen ausgelöst werden kann und es oftmals nicht gelingt die eigentliche Ursache zu finden. Bei Lichtempfindlichkeit und erhöhter Sensibilität auf Berührungen empfiehlt es sich, eine Kopfmaske zu verwenden, die viel Licht abhält. Die Ausweitung der Maske über die Nüstern bringt Pferden, die sich häufig reiben wollen, zwar keine direkte Erleichterung, hält die Tiere aber oftmals davon ab, sich die Nase an der Wand oder dem Boden zu scheuern, da der gesuchte Reiz bereits durch die Maske ausgelöst wird. Seit April 2007 läuft an der Tierärztlichen Hochschule Hannover eine Studie über Headshaking.
Zitiert aus:
Artikel Headshaking. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Juli 2007, 08:27 UTC. URL: de.wikipedia.org/w/Headshaking (Abgerufen: 18. April 2008, 11:48 UTC)
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weitere "Unarten"
siehe auch
Diskussion:Verhaltensstörungen des Pferdes
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