Trensen/Gebisse - Arten

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Inhaltsverzeichnis

Die Trense wirkt im Unterschied zu Anzuggebissen ausschließlich auf das Pferdemaul. Sie erzeugt – je nach Stärke des ausgeübten Zugs – Druck auf Zunge, Lippen und Kinnladen des Pferdes. Die Dicke des Gebisses ist mitentscheidend für seine Schärfe. Je dünner das Gebiss ist desto schärfer wirkt es auf das Pferdemaul, da es die Stellen des Mauls punktuell anspricht. Der Umkehrschluss, dass ein dickeres Gebiss auch immer weicher wirkt, gilt nur in einem relativ kleinen Rahmen, da ein zu dickes Gebiss für das Pferd ebenfalls schmerzhaft sein kann. Es sollte also in seiner Dicke immer möglichst genau an das Pferdemaul angepasst werden, idealerweise so, dass das Pferd unbeschwert mit dem Gebiss im Maul kauen kann, dabei aber auch nur minimal Platz bleibt.

Mundstückformen

ungebrochen

Die ungebrochene Trense hat ein einfaches Stangengebiss. Es wird heute selten ganz gerade gefertigt, sondern meist durch einen leichten Bogen oder mehrfache Biegungen dem Pferdemaul angepasst. Ein Zug am Zügel übt Druck auf die jeweilige Seite des Unterkiefers, aber auch auf die gegenüberliegende Seite des Oberkiefers aus. Daher kann diese Gebissform insbesondere für junge Pferde verwirrend sein. Einseitige Lenkhilfen sind ausgeschlossen, außerdem kann sich bei beidhändiger Zügelführung das Gebiss im Maul verkanten. Für einhändige, gekonnte Zügelführung perfekt geeignet. Allerdings gibt es Pferde, die es schaffen, das Gebiss mit den Lippen festzuhalten und sich so seiner Wirkung zu entziehen.

einfach gebrochen

Die einfach gebrochene Trense, auch Wassertrense - da sie das Saufen erlaubt - (österreichisch Wischzaum), hat zwei gleich lange Gebissstangen, die über ein bewegliches Gelenk miteinander verbunden sind. Sie ist wohl noch ein Überbleibsel aus Militärzeiten, als es notwendig war, ungeübte Reiter innerhalb kurzer Zeit aufs Pferd zu bekommen. Mit ihr wurde dem Reiter ein relativ scharfes Instrument zur Beherrschung des Pferdes in die Hand gegeben. Bei starkem Zug an den Zügeln formt dieses Gebiss eine Art Nussknacker, der dem Pferd starke Schmerzen zufügen kann. Außerdem drückt in diesem Fall das Gelenk schmerzhaft gegen den Gaumen des Pferdes.

zweifach gebrochen

Die zweifach gebrochene Trense hat drei Gebissteile, die beweglich miteinander verbunden sind. Das mittlere Teil ist dabei in der Regel kürzer als die beiden äußeren Teile. Dieses Mittelteil wird außerdem gerne mit Spielern versehen, um das Pferd zu verstärkter Kautätigkeit anzuregen. Solche Anhängsel (Zungenspieler) wie auch "Löffel" (Löffeltrense für Zungenstrecker), um das Pferd daran zu hindern, die Zunge über das Gebiss zu legen, sind aber eher schädlich und können die Zunge verletzen, außerdem sollte man sich erst einmal Gedanken über die Gründe für diese Eigenart machen. Die Nussknackerwirkung ist bei dieser Gebissform gegenüber der einfach gebrochenen Trense stark abgemildert, bei grober Einwirkung aber nach wie vor vorhanden. Die negative Einwirkung auf den Gaumen des Pferdes entfällt bei dieser Gebissform allerdings so gut wie vollständig. Allerdings ist die doppelt gebochene Trense bei vielen Reitern nicht so sehr beliebt, da ihnen die Einwirkung zu schwammig ist. Dies dürfte aber nur in weitgehend geringem Maße der Fall sein. Pferde nehmen diese Art von Gebiss lieber an, da sie sich viel besser der anatomischen Form des Pferdemauls anpasst. Doch sollte man bei einer doppelt gebrochenen Trense zur Version mit abgerundetem bzw. olivenförmigem Mittelglied greifen, denn ist stattdessen ein flaches Plättchen integriert (Scharniertrense, Dr. Bristol Gebiss), kann sich dieses bei Zügelzug auf der Zunge drehen und mit der schmalen Kante auf Zunge und Gaumen drücken. Wichtig ist auch immer, dass man sich die seitliche Einwirkung der seitlichen Mundstücke auf den Unterkiefer klarmacht und dass sich ein doppelt gebrochenes Gebiss - da mit zwei Gelenken versehen - sehr schnell im Maul so verschieben kann, dass das Gelenk schmerzhaft auf den Ladenknochen einwirkt.

Kettentrense

Hier hat das Pferd, wie der Name deutlich macht, ein Stück Metallkette im Maul. Besonders bei harten Zügelhänden wirkt diese Trense wie Messer im Pferdemaul und ist daher als tierquälerisch einzuordnen.

Doppeltrense

Eine Trensenform, die entweder sehr vorsichtig (von erfahrenen Reitern) angefasst werden muss oder grundsätzlich aus Reiters Sattelkammer verbannt gehört. Zwischen den Trensenringen sind zwei Gebisse übereinander angebracht, beide sehr dünn und asymmetrisch gebrochen, das eine Gebiss links, das andere rechts. Damit wirkt das Gebiss sehr punktuell und scharf auf Gaumen, Laden und Zunge ein.

Rollentrense

Jedes Trensengebiss kann beliebig mit Rollen ausgestattet sein, um seine Wirkung zu verstärken. Kupferrollen erzeugen zusammen mit anderen Metallen winzige Mikrovoltspannungen, die das Pferd durch ihr leichtes Kribbeln zum Zungenspiel anregen sollen. Sind die Rollen so in das Gebiss integriert, dass die Oberfläche glatt ist, ist die Trense nur leicht schärfer, bilden die Rollen aber Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche, so wirkt das Gebiss sehr stark und kann bei groben Reiterhänden dem Pferd heftige Schmerzen bereiten. Man sollte diese Trensenart lieber nur zur Kenntnis als in Gebrauch nehmen.

Crescendotrense

Dies ist ein sehr scharfes Gebiss und wird im Rennsport bei heißen und somit schwer kontrollierbaren Pferden verwendet.

Löffeltrense

Löffeltrense
Löffeltrense

Durch flache, runde Metallplättchen, die in der Mitte des Mundstückes befestigt sind, soll verhindert werden, daß das Pferd die Zunge über das Gebiss legt und sich somit der Einwirkung größtenteils entziehen kann. (Auch Zungenstreckertrense genannt).

Schlangengebiss

Diese Gebissform besteht aus einem Lederriemen, der dem Pferd um den unteren Laden gelegt und mit den Zügeln verbunden wird. Je nach Krafteinwirkung der Reiterhand liegt die Schlinge locker oder wird enger zugezogen.

Kandarre

Ring- und Schenkelformen

Ring

Die einfachste Form: Durch die Enden des Gebissstücks geht jeweils ein geschlossener Ring, in den die Zügel eingehängt werden können. Dies ist die Standardform (Wassertrense). Hier kann es aber leicht zur Ausleierung kommen an der Stelle, wo das Gebissstück vom Ring durchbohrt wird. Scharfe Grate verletzen dann die Maulwinkel des Pferdes. Dann können Gummischeiben eingesetzt werden, bei zu großer Ausleierung gibt man aber ein Trensengebiss (egal welcher Sorte) besser zum Alteisen. Die Variante der Westernreitweise heißt Snaffle Bit, wird meist aus leicht rostendem Eisen gefertigt und ist grundsätzlich dünner (und damit schärfer) als die klassische Wassertrense. Die Trensenringe sind größer, sodass das Gebiss nicht durch das Maul gezogen werden kann.

Olivenkopf

Bei der Olivenkopftrense werden an den Enden des Gebisses olivenförmige Metallstücke quer angebracht, die dann in Ringform fortgesetzt werden. Sinn dieser Konstruktion ist es, zu verhindern dass die Mundwinkel des Pferdes eingeklemmt werden können, oder die Trense durchs Maul gezogen wird. Die Variante der Westernreitweise unterscheidet sich nur durch ihren Namen Eggbutt Snaffle Bit von der klassischen Ausfertigung.

D-Ring

D-Ring Trense gebrochen
D-Ring Trense gebrochen

Bei der D-Ringtrense ist der Ring zum Maul hin abgeflacht, die Zielrichtung ist dieselbe wie bei der Olivenkopftrense. Sie liegt sehr ruhig im Maul.

Knebel/Schenkel

Knebeltrense gebrochen
Knebeltrense gebrochen

Bei der Knebeltrense wird an den Enden des Gebissstücks je eine Querstange (separat oder intergriert in den Ring) angebracht, die den selben Hintergrund hat wie die Olive an der Olivenkopftrense. Hier ist darauf zu achten, dass der obere Teil der Stange dem Pferdekopf nicht zu nah kommt und Druck auf die Backenzähne erzeugt. Dies kann durch das Festmachen des Schenkels mittels eines kleinen steifen Lederstegs von Stab zu Backenstück der Zäumung verhindert werden. Dies macht auch eine besonders ruhige Lage der Trense aus, hält das Gebiss in einer bestimmten Schräge zum Maulwinkel und wirkt unsanften Reiterhänden entgegen (was nicht heißt, dass man bei Schenkeltrensen stets grob einwirken soll), besonders bei Anfängern und Springreitern. Außerdem verhindern die Stäbe ein Durchziehen des Gebisses durch das Pferdemaul und schützt die Maulwinkel weitgehend vor scharfen Graten am Ring. Bei der Variante mit Außenring (Querstab und Ring separat) sind die Maulwinkel komplett geschützt, doch übertragen die außen liegenden Ringe die Zügelhilfen etwas schärfer, also ist diese Art eher für geübte Reiter gedacht.

Aufziehtrense

Backenstück und Zügel sind hier aus einem Riemen, der durch zwei Ösen oben und unten am Gebissring verläuft. Beim Annehmen des Zügels werden dem Pferd die Maulwinkel mit Hebelwirkung hochgezogen. Wegen seiner scharfen Einwirkung wird sie sehr gern im Polosport eingesetzt, oft noch mit Schlaufzügeln oder Ausbindern. Dies ist aber keineswegs zur Nachahmung empfohlen.

Zitiert aus:
Artikel Trense. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 12. Oktober 2007, 16:04 UTC. URL: de.wikipedia.org/Trense (Abgerufen: 20. Dezember 2007, 16:34 UTC)
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