Spezialsättel
Aus Reiterforum-Thueringen
| www.pferde-zucht-sport.deNachschlagewerk/ Branchenbuch rund ums Pferd |
Inhaltsverzeichnis |
Damensattel
Im Damensattel sitzt die Reiterin in Seitsitz, das heißt mit beiden Beinen auf einer Seite - normalerweise links - am Pferd.
Bereits im Altertum haben Menschen im Seitsitz geritten. So gibt es beispielsweise Darstellungen der keltischen Göttin Epona im Seitsitz. Da es keinen geeigneten Seitsitz-Sattel gab, konnte jedoch nur Schritt geritten werden. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts saßen Frauen und Männer gleichermaßen rittlings zu Pferd.
Der seitliche Sitz kam bei adligen Frauen erst im 14. Jahrhundert auf, als sie sich mit der Entwicklung eines für den Seitsitz geeigneten Sattel befassten. Schon Anna von Böhmen hat im 12. Jahrhundert einen Seitsattel benutzt und damit eine Vorstufe für den Sambue geschaffen, der im 14. Jahrhundert gebräuchlich wurde.
Im Damensattel konnten adlige Frauen Falken zur Jagd führen. Der rechtssitzige Damensattel kommt aus der Falknerei, weil man den Falken während der Jagd auf der linken Hand führte. So waren es die Jagdreiterinnen, die über die Jahrhunderte zur Weiterentwicklung des Damensattels beitrugen. Im Gabelsattel war es möglich Jagden zu reiten und kleine Hindernisse zu überspringen.
Es war nicht einfach im Gabelsattel korrekt zu sitzen. Um den Zug der Beine auf der linken Seite auszugleichen, neigte man dazu zu weit nach rechts zu sitzen, so daß der Schwerpunkt nicht mehr in der Mitte lag. Die Gabel bot zu wenig Halt und die Hilfengebung war erschwert. Dennoch war der Gabelsattel vor allem beim englischen Adel weit verbreitet. Auf dem Kontinent, besonders in Frankreich, Spanien und Deutschland, saßen die Frauen, vor allem bei Jagden auch weiterhin rittlings, auf "deutsche Art" zu Pferd.
Der moderne Damensattel hat daher nur noch zwei Hörner. Ab etwa 1890 wurde die Polsterung flacher und funktioneller und der Sattel wurde leichter. Der Balancierriemen, der die Sattellage verbessert wurde zugefügt.
Trotz dieser positiven Entwicklung war der Damensattel dem normalen Sattel unterlegen: das rechte Bein fehlte zu Hilfengebung und obendrein war der Sattel bei Stürzen gefährlich, da die Reiterin oft nicht vom Sattel los kam. Infolgedessen wurde er nach dem 1. Weltkrieg schrittweise verdrängt und 1928 für schwere Springen verboten.
Heute gibt es die Damensattel-Dressurkür, bei der in stilechten Kostümen gerne auch die beliebten Barockpferderassen vorgestellt werden. Damensattel-Dressuren sind jedoch nicht nur Show-Highlights, sondern auch sportliche Höhepunkte.
Maremmana
Die Maremmana oder Bardella ist der Sattel der Butteri, der Rinderhirten der Toskana. Sie ist ein dicker Ledersattel, der mit Tierhaar befüllt ist, und sich - ist sie erst einmal eingeritten - sehr gut sowohl Pferd als auch Reiter anpasst. Die Maremmana eignet sich daher nicht zur Benutzung durch mehrere Personen.
Töltsattel
Ein Töltsattel ist ein Reitsattel, der vor allem für Gangpferde gedacht ist, da diese anstatt drei Gängen fünf Gänge besitzen. Um diese Gänge (Schritt, Trab, Galopp, Tölt und Pass) voneinander trennen zu können, muss der Reiter das eigene Gewicht anders auf dem Pferderücken verteilen als bei anderen Pferden. Der flache Töltsattel ermöglicht dieses Verhalten. Er hat seinen Schwerpunkt meist weiter hinten als gewöhnliche Sättel, kann aber auch einem Vielseitigkeitssattel ähnlich sehen. Da der Schwerpunkt weiter hinten im Sattel liegt, ist das Tölten fürs Pferd erleichtert. Je nach Hersteller sind die Sättel unterschiedlich aufgebaut. Die Sitzfläche ist nicht immer glatt, sondern oft auch gerippt, ebenso die Pauschen. Man kann als Polster Schabracken, Satteldecken aber auch Gelpads nehmen.
Schulsattel
Ein Schulsattel ist eine Variante des im Barock verwendeten Bocksattels (der sich heute auch noch als traditioneller spanischer Sattel findet), der speziell zur Ausübung von Lektionen der hohen Schule geeignet ist. Neben hohen Zwieseln, die dem Reiter bei Schulen über der Erde Halt geben sollen, verfügt er im allgemeinen über eine Sitzfläche aus haltgebendem Rauhleder und eine Möglichkeit, die Steigbügel hochzubinden. Vorder- und Hinterzeug sind ebenfalls montierbar.
Zitiert aus:
Artikel Reitsattel. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 30. November 2007, 07:53 UTC. URL: de.wikipedia.org/Reitsattel (Abgerufen: 20. Dezember 2007, 13:06 UTC)
Bitte keine Änderungen in zitierten Texten vornehmen (Urheberrecht). Ergänzungen gehören in die Diskussion !
siehe auch
- Pferdesport
- Reitweisen
- Sattler
- Ladengeschäfte Reitsportbedarf
- Nützliche Links zur Ausrüstung von Pferd&Reiter
- Pflege der Lederausrüstung
- Satteldruck
Bewertungen, Fragen und Meinungen

