Sättel für Freizeit-, Gelände- und Wanderreiten
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Westernsattel
Westernsättel werden im Westernreiten, und zunehmend auch im Freizeitreiten eingesetzt. Der Westernsattel ist eine Weiterentwicklung der Sättel der Konquistadoren. Er bestand ursprünglich aus einem mit Rohhaut überzogenen Holzbaum und einem Aufbau aus Leder, das häufig zur Verzierung reichlich punziert ist. Neuere, günstige Modelle werden auch mit Kunststoffbäumen und Leder- oder Kunststoffaufbauten gefertigt. Durch seine große Auflagefläche, die das Gewicht gut auf dem Pferderücken verteilt und seine Sitzform für den Reiter ist der Westernsattel gut geeignet für lang andauernde Ritte. Traditionelle Westernsättel sind allerdings sehr schwer (<10kg), weshalb seit dem späten 20. Jahrhundert Sättel entwickelt wurden, die das Grunddesign durch den Verzicht auf Entbehrliches und dem Einsatz von leichten Werkstoffen modifizieren, um das Eigengewicht zu senken.
Die Passform auf dem Pferd wird größtenteils bestimmt durch die Höhe und Weite der Kammer (Gullet), die Winkelung sowie die Längswölbung und Verdrehung (Twist) über die Längsachse des Sattelbaumes.
Hauptgrößenangaben sind:
- SQ (Semi Quarter) = schmale Kammer für schmalschulterige, bzw. "steile" Pferde (z. B. für Araber, Isländer, Vollblüter)
- Q (Quarter) = mittelgroße Kammer (z. B. für Traber, Arabermix, junge Quarter)
- FQ (Full Quarter) = breite Kammer für breitschulterige, bzw. rundliche Pferde (z. B. für Quarter, Paint Horse, Appaloosa, Tinker, Warmblut, Haflinger, Norweger)
Das Kürzel RS (Round Skirt) steht für abgerundete Sättel für Pferde mit einer sehr kurzen Sattellage. Je nach Arbeitseinsatz gibt es verschiedene Modelle des Westernsattels:
- Cutter für das Cutting, ein Sport, bei dem Pferd und Reiter ein Kalb von einer Herde ohne weitere Hilfsmittel separieren müssen
- Reiner für das Reining, die Dressur des Westernreitens
- Roper zum Einfangen von Rindern mit einem Lasso Working Cowhorse
- Show für sportliche Wettkämpfe, meist reichlich mit silbernen Plaketten (Conchos) verziert
- Barrel Racer für das Barrel Race (Wettrennen um Ölfässer) mit tieferem Sitz und konvexen Trachten für schnelle, harte Wendungen
Das charakteristische Horn vorne am Sattel diente ursprünglich als Festpunkt des Lassos, wenn Rinder vom Pferd aus mit dem Lasso gefangen wurden. Heute gehört das Horn traditionell zum Westernsattel. Allerdings ist nur noch beim Roper das Horn stabil genug ausgeführt, um der auftretenden Belastung standzuhalten. Damit sich der Sattel auf Zug des Rinds nicht hinten anhebt, wird zusätzlich zum normalen Sattelgurt noch ein Bauchgurt verwendet, der ansonsten locker geschnallt bleibt. Als Polster zwischen Pferd und Sattel dient beim Westernsattel ein Westernpad.
Militärsattel
Beim Militär wurden Trachtensättel verwendet, die sich durch ihre Anpassungsfähigkeit an das Pferd auszeichnen. In Europa waren dabei Pritschensättel (s.o.) üblich, deren Trachten nach hinten verlängert wurden, um mehr Auflagefläche und Möglichkeiten für Gepäckbefestigung zu erreichen. Bekannte Vertreter sind deutsche (am bekanntesten das Modell "22"), schweizer und österreichische Militärsättel. In Amerika wurde der McClellan-Sattel benutzt. Letzterer ermöglicht durch seine Bauweise eine besonder gute Belüftung des Pferderückens und wurde zur Ausgangsbasis für das Design zahlreicher neuerer Modelle für das Wander- und Distanzreiten.
Wanderreitsattel
Der Wanderreitsattel findet vor allem bei mehrtägigen Wanderritten Verwendung. Er muss großflächig auf dem Pferd aufliegen, um auch bei langen Aufenthalten im Sattel keinen Druck zu erzeugen und hinreichend Möglichkeit zur Befestigung von Gepäck bieten. Alte Militärsättel werden gerne als Wanderreitsättel verwendet, die modernen Vertreter sind allerdings um einiges leichter.
Distanzsattel
Der Distanzsattel ist für Distanzritte von 100 Kilometer und mehr ausgelegt. Er hat daher extreme Anforderungen an Gewicht und Bequemlichkeit für Pferd und Reiter zu erfüllen.
Stocksattel
Der Stocksattel entstand im 18. Jahrhundert in Australien aus dem englischen Sattel, der den dortigen Anforderungen nicht genügte. Der Reiter sitzt im australischen Stocksattel bequemer, tiefer und sicherer als im englischen Sattel, allerdings auf Kosten der Bewegungsfreiheit. Zudem wurden an dem Pritschensattel die Trachten verlängert, da der Stocksattel nicht im Sport, sondern als Arbeitssattel Verwendung findet.
Zitiert aus:
Artikel Reitsattel. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 30. November 2007, 07:53 UTC. URL: de.wikipedia.org/Reitsattel (Abgerufen: 20. Dezember 2007, 13:06 UTC)
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siehe auch
- Wanderreitsattel
- Grundausrüstung des Geländereiters
- Sattler
- Ladengeschäfte Reitsportbedarf
- Nützliche Links zur Ausrüstung von Pferd&Reiter
- Pflege der Lederausrüstung
- Satteldruck
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