Richtig Longieren

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Nachschlagewerk/ Branchenbuch rund ums Pferd

- Reiten, Fahren & Ausbildung -


Inhaltsverzeichnis


Die Longe, ungeachtet davon, ob es sich um eine Einfache oder Doppellonge- handelt ist ein Ausbildungsinstrument, dass mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie das Reiten ausgeübt werden sollte.

Wer glaubt, das Longieren besteht darin, ein Pferd zwanzig Minuten im Kreis laufen zu lassen, hat völlig falsche Vorstellungen vom Sinn des Longierens. Das richtige Training an der Longe dient der Abwechslung zum Reiten und zur Ausbildung und Gymnastizierung des Pferdes.

Deshalb ist es wichtig, dass Ihr als Pferdehalter nicht nur das Reiten, sondern auch das Longieren gründlich lernt.

Warum Longieren

Das Longieren dient in erster Linie um die Gymnastizierung des Pferdes.

Ziel ist die Aufwölbung des Rückens und die Dehnung der Muskulatur um die Wirbelsäule tragfähig zu erhalten. Dazu auch braucht das Pferd eine ausgebildete Bauch und Rückenmuskulatur.

Das Longieren erleichtert es dem Pferd, dass nicht durch das Reitergewicht belastet wird in den Übungen unseren Wünschen entgegen zu kommen.

Nicht zuletzt ist das Longieren eine gute Möglichkeit für Dominanzarbeit und Gehorsamsübungen. Dazu bietet sich das freie Longieren (ohne Longe) auf dem Platz an.

Ausrüstung

Ausrüstung des Pferdes Ausrüstung des Longenführers
Trense oder Kappzaum Longe
ggf. Longierbrille Longierpeitsche
Sattel oder Longiergurt
Hilfszügel, Ausbinder

Gestaltung und mögliche Hilfen

Gestaltung

Auch beim Logieren sollte eine Aufwärmungsphase eingehalten werden. Lasst Euer Pferd erst einmal mindestens 10 Minuten im Schritt gehen.

Longiert Euer Pferd immer gleich lang und oft in beiden Richtungen, um eine gleichmäßige Gymnastizierung zu erreichen. Die Longenarbeit sollte nie länger als 30-35 Minuten dauern. Nur so erreicht Ihr einen Muskelfördernden, -aufbauenden und -lösenden Effekt.

In den ersten 5-10 Minuten, also der Aufwärmungsphase verzichtet auf Hilfszügel und erlaubt eurem Pferd erst einmal ein ungezwungenes Laufen.

Erst nach Lösung und Erwärmung schnallt Ihr den jeweiligen Hilfszügel so ein, dass der Nasenrücken des Pferdes - wenn das Genick der höchste Punkt ist - gerade 1-3 cm vor der Senkrechten steht. Der Hals sollte sich dabei nach oben wölben.

Die Longierarbeit ist überwiegend Trab und Galopparbeit.

Ziel ist, dass Euer Pferd zu einer im "Takt" losgelassenen, im Rücken schwingenden und aus der Hinterbein fleißig tretenden Bewegung veranlasst wird.

Als Takt bezeichnet man im Reitsport den reinen Gang, den natürlichen Bewegungsablauf und das zeitliche und räumliche Gleichmaß aller Schritte, Tritte und Sprünge.

Der Hals sollte sich dabei vorwärts - abwärts bewegen. Dadurch lockert sich die Muskulatur.

Die Longe bleibt immer in Verbindung zum Pferdemaul und darf dabei nicht am Boden schleifen.

Hilfen

Das wichtigste Hilfsmittel ist unsere Stimme und unsere Körpersprache. Peitschenhilfen sollten zweitrangig sein.

Unser Befehl (Stimme) in Verbindung mit Peitschenhilfen veranlasst das Pferd in die gewünschte Gangart zu gehen.

Die Stimme

Wenn Ihr das Kommando zum Vorwärtsgehen gebt, sollte die Stimmlage aufmunternd oder anfeuernd klingen.

Möchtet Ihr eine Verringerung des Tempos, sollte sie einen tiefen, ruhigen Klang und zum Ende hin absinkenden Ton haben.

Gebt keine kurzen, plötzlichen Befehle. Euer Pferd braucht Zeit sie zu verstehen. Bereitet es auf den Befehl vor indem Ihr die Worte zweiteilt. Zum Beispiel Tee-rab, Gaa-lopp oder Schee-ritt.

Redet nicht ständig auf euer Pferd ein, das stumpft ab. Euer Pferd lernt durch dieses Geplapper nur, das es auf das erste Kommando ja nicht gleich gehorchen muss. Denn beim x-Mal langt es ja auch noch.

Körpersprache

Ihr steht als Lungenführer in einer leicht treibenden Position (hinter der Mitte des Pferdes). Damit das Pferd mehr vorwärts tritt. Es reicht manchmal schon, wenn Ihr eure Schulter in Richtung des Hinterteils dreht.

Möchtet Ihr, dass euer Pferd wendet oder hält, dann tretet leicht vor die Mitte oder stellt Euch leicht gegen die Laufrichtung (Eure Schulter zeigt in Richtung der Schulter eures Pferdes).

Kommt das Pferd zu weit in die Mitte, dann tretet mittig in Richtung auf das Pferd zu (andeutungsweise).

Der Gebrauch der Peitsche

Damit euer Pferd die Peitsche respektiert, darf es sie nicht fürchten! Es muss sich überall von der Peitsche berühren lassen können. Die Peitsche zeigt auf die Sprunggelenke des Pferdes.

Leichtes Anheben unterstützt den stimmlichen Befehl zur Erhöhung des Tempos.

Ansonsten könnt Ihr die Peitsche auch als Verlängerung Eurer Schulter nutzen.

die Arbeit mit der Doppellonge

Mit der Doppellonge kann man an der Versammlung arbeiten ...

siehe auch


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