Planung eines Tages- oder Mehrtagesrittes
Aus Reiterforum-Thueringen
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Vorweg gesagt. Deutschland, speziell Thüringen ist nicht so weitläufig oder dünn besiedelt, wie z.B. Kanada. Sich hier in unserem schönen Thüringen so zu verirren, dass Gefahr für Leib und Leben besteht ist eher unwahrscheinlich. Aber verreiten ist ärgerlich. Es bedeutet unnötigen Kraft- und Zeitaufwand.
Hier nun einige Tipps, um ein Verirren weitgehend zu vermeiden bzw. schnell wieder zu einem bekannten Punkt zu gelangen.
Richtig verirren, ist für einen Reiter mit einem gesunden Orientierungssinn eigentlich nur in absolut fremden Gelände möglich. In bekannten Terrain kennt man die wichtigsten Punkte und kann neue Strecken daran orientieren.
Nichts anderes tut man, wenn man Ritte zu weiter entfernten neuen Zielen plant.
Planung
Grobe Festlegung der Route und Etappenziele auf der Karte. Dazu eignen sich Topographische Karten erhältlich über das Landesvermessungsamt im Maßstab von 1:50.000, besser noch 1:25.000 oder auch normale Wanderkarten. Die Wanderkarten haben den Vorteil, das die Wege ausgeschildert sind sowie Sehenswürdigkeiten und Gaststätten ausweisen.
Vorbereitung
In Vorbereitung eines Rittes die geplante Route so gut es geht mit dem Auto abfahren.
- Ihr verschafft Euch so einen groben Überblick über die Beschaffenheit des Geländes.
- Um besondere Merkmale, wie zum Beispiel ein weithin sichtbarer Funkturm oder Überlandleitungen als Orientierungshilfen auszukundschaften.
- Ihr könnt die Qualität der ausgewählten Wege zum Teil einsehen.
- Gefahrenpunkte, wie zum Beispiel bei Straßenüberquerungen oder das Verkehrsaufkommen auf einer Straße besser einschätzen.
- Ihr könnt herausfinden, ob ausgewählte Wege noch existieren oder versperrt sind.
- Ihr könnte die Lage der geplanten Rastplätze erkunden. Sind z.B. gute Anbindemöglichkeiten vorhanden?
Umsetzung
Nachdem Ihr das getan habt, geht es an die Feinplanung. Jetzt könnt Ihr, mit euren genaueren Wissen, auf der Karte den exakten Weg festlegen. Zum Beispiel Umgehungen einarbeiten oder andere Wege wählen, weil die ursprünglich geplanten für die Pferde zu schwer oder zu schlecht sind.
Um die ungefähren Reitkilometer zu bestimmen könnt Ihr entweder die Strecke auf der Karte mit einem Kartenleser abrändeln oder es grob per Pi mal Daumen ermitteln. Eine Daumenbreite auf einer Karte mit dem Maßstab von 1.50.000 entspricht in etwa einem Kilometer. Eine weitere Möglichkeit, Ihr messt die Luftlinie vom Start bis zum Ziel, und je nach Geländeschwierigkeiten wird dieser Wert mit 1,4 bis 2 multipliziert. Das ist allerdings sehr ungenau.
Für die Bestimmung der Reitzeit könnt Ihr die Werte des Artikels Wanderreittempo nutzen. Wünscht Ihr also einen Ritt im Durchschnittstempo von einem flotten Trab (Aufteilung in Schritt, Trab und Galopp ist euch überlassen), dann schafft Ihr einen Kilometer in ca. 3 Minuten. Bei einem gemütlichen Wanderitt mit Schritt- und Trabpassagen wird ein Kilometer erfahrungsgemäß in 8 bis 10 Minuten bewältigt.
Daraus ergibt sich folgende einfache Rechnung: Reitkilometer (z.B. 20 Kilometer) x geplantem Tempo (von z.B 8 Minuten pro Kilometer) = Reitzeit ( 160 Minuten, ca. 2 Stunden und 40 Minuten)
Da Ihr aber bei einer solchen Strecke mindestens eine halbe Stunde Pause für die Pferde einplanen solltet und auch eventuelle Umwege einkalkulieren müsst, geht lieber von ca. 4 Stunden aus.
Habt Ihr die geplante Strecke den erkundeten Möglichkeiten angepasst, folgen solche grundsätzlichen Dinge, wie die Reservierung von Boxen, Übernachtungen oder Plätzen in Gaststätten. Wann und wo Ihr eine Rast oder Übernachtung einplanen müsst, wird von der Gesamtdauer oder Länge des Rittes bestimmt.
siehe auch
- Beispiel für einen geplanten Ritt
- Thüringer Reitrecht
- Pressemitteilungen
- Thüringer Waldgesetz
- Karten mit Reitwegen
- Reiten im Straßenverkehr
- Ausbildung Wanderreiter
- Unsere Ritte
- Wanderreitstationen
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