Kutschen - Unterschiede und -typen
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Als kutschen werden im allgemeinen von Pferden gezogene Wagen genannt. Hier ein kurzer Überblick über die Vielfalt der Kutschentypen und weitere weniger sichtbare Unterschiede.
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zitat
Kutschentypen
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Für die kursiv genannten Kutschentypen brauchen wir noch die Erläuterungen. Bitte tragt diese in der Diskussion nach.
Erläuterungen zu den Kutschentypen
(Durch berühren der Kutschennamen öffnen sich die Bilder)
Berline |
Die Pferdekutsche Berline ist ein voll durchgefederter Reisewagen. Der Wagentyp erhielt seinen Namen aufgrund der Beliebtheit, die er in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts am Brandenburger Hof erlangte.
Bei den Berlinen war der viersitzige Kutschkasten über und nicht zwischen den sehr hoch gekröpften Langbäumen aufgehängt, so dass die Vorderräder höher sein und doch unterlaufen konnten. Der Kutschkasten hatte zwei bis auf den Boden reichende Türen und hing in Riemen an hölzernen oder stählernen Federn. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die in C-Federn hängenden zweisitzigen Halbberlinen auf. Sie wurden auch verwendet als Berliner Droschken erster Klasse. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren zunehmend Kutschen mit beweglichem Verdeck beliebt, die so genannten Stadtberlinen.[4]
Die Berline wurde besonders als Reisewagen und Postkutsche eingesetzt und im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts zunehmend durch den gleichartig gefederten Landauer verdrängt, der den Vorteil eines vollständig zu öffnenden Faltverdecks bot.
- Artikel Berline (Kutsche). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. März 2008, 15:48 UTC. (Abgerufen: 18. März 2008, 19:24 UTC)
Landauer |
Ein Landauer ist eine viersitzige und vierrädrige Kutsche mit einem meist in der Mitte geteilten, klappbaren Verdeck. Es handelt sich um eine sog. „konvertible“ Kutsche, d.h. sie lässt sich von einem offenen in einen vollständig geschlossenen Wagen umwandeln. Der Verdecktyp ist mindestens seit dem 17. Jahrhundert bildlich belegt. Durch die Verbindung mit der im oder vor dem 17. Jahrhundert mutmaßlich in Frankreich entwickelten Federung der halboffenen Berline wurde der Landauer im 18. und 19. Jahrhundert in allen europäischen Ländern zum bevorzugten Reisewagen und Statussymbol der begüterten Kreise. Vom Landauer abgeleitet ist die Bauform des Landaulet, bei dem nur die hintere Hälfte des Verdecks zu öffnen ist. Artikel Landauer. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Januar 2008, 07:09 UTC (Abgerufen: 18. März 2008, 19:24 UTC)
Break
Eine schwere und hohe Kutsche, ähnlich einer Wagonette meist ohne Spritzbrett zum Einfahren (brechen, engl. to break, daher der Name) junger Pferde.
- Artikel Break. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. März 2008, 16:21 UTC. (Abgerufen: 18. März 2008, 19:26 UTC)
Char-à-Côté |
Ein Char-à-Côté (franz.: Wagen zur Seite) ist eine Kutsche, in der die Passagiere seitwärts saßen, um beim Spazierenfahren die Landschaft besser betrachten bzw. sich selber besser zur Schau stellen zu können.
Diese Mode kam mit der Begeisterung für Landschaftsgärtnerei und Parkgestaltung etwa ab 1800 auf, doch wurden die Fahrzeuge nur in geringen Stückzahlen angefertigt.
- Artikel Char-à-Côté. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. November 2007, 12:45 UTC (Abgerufen: 18. März 2008, 19:28 UTC)
Duc |
Der Duc ist ein Kutschenmodell. Es handelt sich um einen leichten vierrädrigen Wagen mit einem tiefgesetzten Kasten, einer bequemen Sitzbank und einem Klappverdeck. Das aus Leder hergestellte Spritzbrett ist hochgezogen. Der Kasten gleicht im Prinzip einer #Viktoria, es fehlt lediglich hier der Fahrerbock.
Charakteristisch für den Duc ist, dass hinter dem Kasten auf einem Eisengestänge ein kleiner Sitz für den Bedienten angebracht ist. Die leichten Modelle des Duc sind Selbstfahrer. Diese Ducs wurden bevorzugt von Damen gefahren, die größeren beritten, d.h. à la Daumont.
Die deutschen Wagenbauer bezeichneten den Duc vielfach als Parkwagen, die englischen als park phaeton.
- Artikel Duc (Kutsche). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 5. Dezember 2007, 18:12 UTC. (Abgerufen: 18. März 2008, 19:30 UTC)
Gig
Ein Gig ist ein zweirädriger offener Wagen mit Gabeldeichsel für ein Pferd, zum Selbstfahren, daher meist mit kleinem Bedientensitz hinter dem Hauptsitz. (Quelle: Meyers Konversationslexikon 1895)
- Artikel Gig (Kutsche). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. Februar 2008, 11:26 UTC. (Abgerufen: 18. März 2008, 19:32 UTC)
Kremser
Dabei handelt es sich um einen zwei- bis vierspännigen Pferdewagen. Dieser ist zweiachsig, gefedert und an den Seiten offen. Er dient der Personenbeförderung und ist deshalb meist mit Bänken und Tischen fest ausgebaut. Die Kutsche dient als Ausflugs- und Reisewagen.
- Artikel Simon Kremser. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. Februar 2008, 00:57 UTC. (Abgerufen: 18. März 2008, 19:34 UTC)
Marathonwagen |
Der Marathonwagen ist eine wendige, robuste Kutsche, die meistens ein- und zweispännig, gelegentlich auch vierspännig vorwiegend zum Training und im Fahrsport-Wettbewerben eingesetzt wird.
Der Marathonwagen hat eine enge Spur (meistens 125 cm), kleine Räder und kurzen Radstand und lediglich eine schmale Sitzbank, gelegentlich auch nur einen meistens mittig angebrachten Einzelsitz. Der Marathonwagen verfügt darüber hinaus meistens über 4 Scheibenbremsen, eine Lenkverzögerung und oft auch über eine Drehkranzbremse. Die neueste Entwicklung bei den Marathonwagen geht hin zu luftgefederten Rädern und zwei gelenkten Achsen. Hinter dem Sitz befindet sich eine tiefgelegte, offene Plattform, auf der ein oder mehrere Beifahrer (Groom) stehen können. Der Beifahrer steht auf der hinteren Plattform und stabilisiert in schnell gefahrenen Kurven den Wagen, indem er sich mit in die Kurve legt.
Bei Fahrsportwettbewerben werden Marathon- und Hindernis-Strecken meistens mit dem Marathonwagen gefahren.
Der Marathonwagen gehört heute neben der Wagonette zu den meistverkauften Kutschen.
- Artikel Marathonwagen. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. November 2006, 15:21 UTC. (Abgerufen: 18. März 2008, 19:35 UTC)
Phaeton |
Als Phaeton bezeichnet man eine Herrenkutsche, also eine meistens kleine, zweiachsige Kutsche, die nicht von einem Bediensteten, sondern vom Herrn oder der Dame selbst gefahren wurde. Der Bedienstete sass auf der hinteren (je nach Typ einplätzigen) Bank. Eine ausschliesslich für Bedienstete gedachte Bank erkennt man am Fehlen jeglicher Lehne.
Der Phaeton existierte in zahlreichen Varianten; die leichteste und sportlichste hiess z.B. Spider Phaeton. Ihre Blütezeit erlebten diese Wagen im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Der Name Phaeton entstammt der griechischen Mythologie. Phaeton war der Sohn des Sonnengottes Helios, der dessen Wagen gegen den Rat des Vaters lenkte. Dabei geriet Phaeton der Wagen außer Kontrolle und der Wagen verbrannte die Erde. Phaeton selbst kam bei dieser Fahrt um und fiel in den Strom Eridanos.
- Artikel Phaeton (Kutsche). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. September 2007, 13:21 UTC (Abgerufen: 18. März 2008, 19:37 UTC)
Planwagen
Als Planwagen bezeichnet man einen üblicherweise von Pferden gezogenen Wagen mit einem meist bogenförmigen Planendach. Campingplanwagen in Tschechien Campingplanwagen in Tschechien
Planwagen werden heute in Irland, Ungarn oder Tschechien als Campingwagen für Urlauber, in Deutschland vor allem für Gruppenfahrten mit größeren Personengruppen eingesetzt. In seltenen Fällen werden statt Pferden Traktoren oder umgebaute LKW benutzt. Dann ist in der Regel die Höchstgeschwindigkeit auf 6 km/h begrenzt.
Der Innenausbau von Camping-Planwagen entspricht in der Machart häufig dem von einfachen Wohnmobilen, während Planwagen für Gruppenfahrten meist zwei an den Längsseiten des Wagens angeordnete lange Sitzbänke mit einem langen Tisch in der Mitte aufweisen. Kleinere Planwagen lassen sich oft durch Abnehmen der Plane und des Gestänges zu einer normalen Wagonette umbauen.
Historisch spielten Planwagen bei der Erschließung und Besiedelung des amerikanischen Westens eine wesentliche Rolle - wer es sich leisten konnte, transportierte Gepäck und Familie oft über weite Strecken durch unwegsames Gebiet mit Hilfe von Planwagen.
- Artikel Planwagen. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 30. Januar 2008, 15:16 UTC. (Abgerufen: 18. März 2008, 19:38 UTC)
Postkutsche
Postkutschen waren Kutschen, die bis ins frühe 20. Jahrhundert von der Post zur Beförderung von Postsendungen und zahlenden Fahrgästen benutzt wurden.
Viktoria |
Viktoria ist die Bezeichnung für einen Kutschentyp. Sie geht zurück auf den namhaften englischen Wagenbauer Cooper, der 1869 anlässlich des Einzuges der englischen Königin Victoria und des Prince of Wales diesen Wagentyp geschaffen haben soll. Seitdem hieß ein Mylord (die klassische Mylord besaß einen festen Bock für den Kutscher) mit leichtem, meist abnehmbarem Kutschbock, der in der Regel auf einem Eisengestänge befestigt war, Victoria. Jedoch hatte es in Paris schon früher Wagen gegeben, die auch als Victoria-Kalesche bezeichnet wurden.
- Artikel Viktoria (Kutsche). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 5. Januar 2008, 13:01 UTC. (Abgerufen: 18. März 2008, 19:40 UTC)
Unterschiede
Hier einige Merkmale um eine Kutsche klassifizieren zu können:
- Anzahl Achsen
- 1-achsig z. B. das Hansom Cab und, sofern mit Verdeck versehen, der Gig
- Stadtanspannung oder Landanspannung
- Selbstfahrer oder vom Kutscher zu fahren
- Der Selbstfahrer wird vom Besitzer des Wagens selbst gefahren. Erkennbar an der Ausstattung des Fahrersitzes. Typischer Selbstfahrer: Der Phaeton. Bei einigen Viktoria Kutschen gibt es die Möglichkeit den Bocksitz abzumontieren und damit zum Selbstfahrer umzuwandeln.
- Sitzanordnung der Passagiere
- Z. B. Dos-a-dos (Rücken an Rücken) oder Vis-a-Vis.
- Verdeck:
- Baldachin, Klappverdeck (z. B. beim Landauer) oder festes Dach (z. B. die Berline).
- Verwendungszweck
- Z. B. für das Gelände oder zum Dressurfahren usw.
- Die Bremsen
- In Gegenden mit wenigen Steigungen findet man noch heute Kutschen ohne Bremsen. Die Zugtiere können den Wagen selbst über die Aufhalter oder ein Hintergeschirr abbremsen.
- Hemmschuhe (auch: Bremsschuhe) wurden vor allem im Gebirge zum Bremsen auf längeren Abfahrten verwendet
- Bergbremse (verhindert das Bergabrollen der Kutsche)
- Backenbremsen
- Scheibenbremsen sind in modernen Kutschen üblich.
- Der Bremshebel
- Zugbremse (ähnlich der Handbremse beim Auto)
- Druckbremse (eine Handbremse zum nach vorne Drücken)
- Spindelbremse (zum Kurbeln)
- Handradbremse
- Fußbremse (bei den meisten modernen Kutschen)
- Die Art der Federung
- Die Federung unterscheidet die Kutsche vom Wagen, die Ausführung zeigt den Fortschritt der Technik, aber auch den Stand an (siehe auch: Equipage). Die Federung macht den Transport von Personen bequemer und sicherer. Das Ziehen wird den Zugtieren erleichtert.
- Die Aufhängung des Wagenkastens auf vier Pfosten mittels eines Lederriemens war die erste Form der Federung. Die Pfosten wurden später durch Blattfedern und schließlich Federpakete ersetzt.
- Typische Federformen:
- S-Form und C-Form
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- Elliptische Federn mit den Untertypen:
- Einfache elliptische Feder
- Doppelelliptikfeder
- Halbelliptikfeder (auch Dreiviertelelliptikfeder genannt)
- Elliptische Federn mit den Untertypen:
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- Bügel-C-Feder ** Einige moderne Kutschen haben eine Luftfederung. (z. B. für Geländefahrten).
- Die Anordnung der Federn am Wagengestell:
- Eine Feder pro Rad
- Denuett-Federung. 1 zusätzliche Feder pro Achse verbindet die primären Federn.
- Parallelogramm-Federung. 4 Federn pro Achse. Zwei zusätzliche Federn verbinden die primären Federn quer zur Wagenrichtung.
- Spezielle Ausstattungen:
- In den Wagenkasten integrierte Box mit Lüftungsschlitzen um Hunde sicher unterzubringen (die Dog Box).
- Wildfang um erlegtes Wild zu transportieren (Kennzeichen des Jagdwagens).
Zitiert aus:
Artikel Kutsche. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Februar 2008, 13:58 UTC. (Abgerufen: 18. März 2008, 17:54 UTC)
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siehe auch
Diskussion:Kutschen - Unterschiede und -typen
Bewertungen, Fragen und Meinungen

