Kandarre

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Dressurkandarre
Dressurkandarre
Unterlegtrense
Unterlegtrense

Die Kandare ist Bestandteil eines speziellen Zaumzeugs für Pferde. Dabei gibt es gewisse Unstimmigkeiten bei der weiteren Verwendung des Begriffes für alle Stangengebisse mit Hebelwirkung in verschiedensten Reitweisen und der engeren Verwendung des Begriffes für die Kombination von einem solchen mit einer Unterlegtrense zur Kandarenzäumung in der klassischen westeuropäischen Reitweise.


Aufbau und Wirkung

Die Kandare besteht im wesentlichen aus einer durch das Pferdemaul geführten Stange (die bei Westernkandaren auch gebrochen sein kann), an der seitlich und außerhalb des Pferdemauls liegend Querschenkel, die sogenannten "Bäume", angebracht sind. Der Oberbaum ist mit dem Backenstück des Kandarenzaumes verbunden, während die meist längeren Unterbäume mittels Ringen an ihren Enden mit den Zügeln verbunden sind. Zusammen mit einer Kinnkette oder einem Kinnriemen, die unter der Kinngrube des Pferds durchgeführt wird und seitlich im Bereich der oberen Stangenenden an Kinnkettenhaken eingehängt ist, wird eine Hebelwirkung erzeugt. Je enger die Kinnkette geschnallt wird, desto stärker wirkt die Kandare auf das empfindliche Pferdemaul ein. Die Kandare wirkt auf dreifache Weise. Zum einen wird durch Zug am Zügel ein Zug auf das Maul in Richtung Brust ausgeübt, zum anderen der Unterkiefer zwischen der Stange und der Kinnkette gequetscht. Weiterhin entsteht durch den Hebel über das Zaumzeug ein Zug auf das Genick. Die Kandare ist entwickelt worden, um eine gegenüber der Trense vermehrte und verfeinerte Einwirkung auf das Pferd zu ermöglichen, vor allem bei einhändiger Zügelführung und durch das Eigengewicht auch ohne aktive Einwirkung des Reiters.

Nach der Form der Unterbäume unterscheidet man die preußische (gerade Bäume), die C- und die S-Kandare, wobei die beiden letztgenannten den Vorteil haben, dass das Pferd die Bäume nicht mit dem Maul greifen kann, da sie zu weit hinten sind.

Die eigentliche Kandare wird beim klassischen Reiten im Gegensatz zum Westernreiten und der Fahrkandare obligatorisch von einer Unterlegtrense ergänzt, einer etwas dünneren Trense, die oberhalb der Stange im Maul liegt und mit zusätzlichen Trensenzügeln verbunden ist.

Kandarenreife

Bild:Westernkandarre.jpg
Westernkandarre

Aufgrund der verschärften Einwirkung der Kandare müssen sowohl Reiter als auch Pferd über einen fortgeschrittenen Ausbildungsstand verfügen. Hierbei ist von Bedeutung, dass das Pferd auf Trense gut an den reiterlichen Hilfen steht. Eine zwanglose Anlehnung sind hierfür genauso notwendig wie Durchlässigkeit und eine vertrauensvolle Maul-Hand-Beziehung. Sollte es Probleme mit der Anlehnung auf Trense geben, so eignet sich die Kandare nur unter bestimmten Korrekturmaßnahmen! Lektionen müssen immer erst Trensenreif sein, bevor man diese auf der Kandare durchführen kann. Der Grund liegt darin, dass die Kandarenwirkung ein Pferd in eine gewisse Kopfhaltung zwingen kann, dies aber nicht der Sinn ist. Das Reiten auf Kandare muss aber nicht gleich heißen, dass der Reiter ein sehr guter Reiter ist. Leider missbrauchen viele die Hebelwirkungen dieses Gebisses.

Zitiert aus:
Artikel Kandare. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. Oktober 2007, 20:39 UTC. URL: de.wikipedia.orgKandare (Abgerufen: 20. Dezember 2007, 17:18 UTC)
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