Huforthopäd/in

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Nachschlagewerk/ Branchenbuch rund ums Pferd

- Pferdeberufe -


Zulassungsvoraussetzungen gibt es keine.

Ausbildung zum Huforthopäden

Festgelegte Zugangsvoraussetzungen zur Erlernung des Berufes gibt es bisher nicht; jedoch ist ein Interesse an medizinischem Fachwissen erwünscht und Vorkenntnisse in diesem Bereich sicher von Vorteil. Natürlich sollte auch Interesse an Pferden und eine gewisse Erfahrung im Umgang mit den Tieren mitgebracht werden. Beim DIfHO gliedert sich der schulische Teil der Ausbildung in 272 Stunden, die an insgesamt 17 Wochenenden in einem Zeitraum von 2 Jahren stattfinden. Diese 38 Tage gliedern sich auf in ca. 15 Tage praktische Ausbildung am Pferd unter Aufsicht und Anleitung, an den restlichen Tagen findet theoretischer Unterricht statt, welcher in Eigenleistung von den Auszubildenden aufgearbeitet wird. Nach einem Jahr findet eine Zwischenprüfung in Praxis und Theorie statt, welche den angehenden Huforthopäden zur selbständigen Arbeit am Pferd autorisiert. Als Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung gilt die fotografische und schriftliche Dokumentation der bearbeiteten Hufe über den Zeitraum eines halben Jahres. Die Ausbildung an der Lehranstalt für Huforthopädie (LFH) der DHG e.V. gliedert sich in 20 Wochenendseminare in vier- bis sechswöchigem Abstand. Insgesamt umfasst die Ausbildung 340 Unterrichtsstunden, verteilt auf Theorie- und Praxistage. Z.Z. gibt es drei Ausbildungsorte in Stubenberg (Bayern), Oschatz (Sachsen) und Nahe(Schleswig-Holstein). Nach erfolgreich bestandener Zwischenprüfung werden die Absolventen zu einem 30tägigen Mitfahrpraktikum verpflichtet, welches bei bereits ausgebildeten Huforthopäden durchgeführt wird. Außerdem ist eine weitere Zugangsvoraussetzung zur Abschlussprüfung ein Berichtsheft über fünf verschiedene vom Absolventen bearbeitete Hufzustände. Die Prüfung gliedert sich in Theorie und Praxis, im Praxisteil müssen alle 4 Hufe eines Pferdes bearbeitet werden. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung besteht die Möglichkeit, Mitglied der DHG e.V. zu werden.

Vergleich der Ausbildung mit anderen Berufsgruppen

Ein Veterinär, der sich nicht fortgebildet oder spezialisiert hat, hört Röntgendiagnostik in einer Vorlesung mit 2 Semesterwochenstunden, das sind insgesamt 28 Stunden, in denen aber nicht nur die Diagnostik des Bewegungsapparates, sondern auch die aller organischen Symptome und Strukturen abgehandelt werden. Die tierartspezifischen Pferdekrankheiten umfassen mit 5,5 Semesterwochenstunden insgesamt 77 Stunden Lehrveranstaltung, wobei die Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Hufe neben allen anderen Pferdekrankheiten davon nur einen Bruchteil ausmacht. [1] Nur darf man den Veterinären auch nicht unrecht tun, schließlich haben sie sich in den anatomischen Besonderheiten einer solchen Vielzahl von Tieren auszukennen, Vögel, Reptilien, Säugetieren und jede von ihnen hat ihre besondere Anzahl von spezifischen Krankheiten mit ihren Symptomen und Behandlungen. Die Studienzeit ist eben begrenzt. Das ist auch der Grund, warum sich so viele Tierärzte auf Kleintiere oder Haustiere oder Nutztiere spezialisieren und dahingehen fort- und weiterbilden. Trotzdem ist für den Huforthopäden die Kooperation mit dem Tierarzt von großer Bedeutung, denn viele Gliedmaßenprobleme und Lahmheiten haben ihren Ursprung im Huf. Oft ist eine gemeinsame Behandlung des Patienten Pferd sinnvoll, um eine möglichst rasche, langfristige Genesung zu erreichen. Eine gute Zusammenarbeit ist also im Sinne des Pferdes wünschenswert.

Die Ausbildung der Hufbeschlagschmiede ist gänzlich anders organisiert: Diese machen (gem. Hufbeschlagverordnung von 1940, bzw. 1965 [2] [3], ) nach einer abgeschlossen Berufsausbildung, ein 12monatiges Praktikum bei einem staatlich anerkannten Hufschmied, dessen Qualität allein in der Hand des jeweiligen Hufschmiedes liegt. Es wird an keiner Stelle gefragt, kontrolliert, dokumentiert oder nachvollzogen, was der Praktikant tatsächlich gemacht hat, oder welche Tätigkeiten er selbstständig ausgeführt hat, ob er etwa unter Anleitung Eisen abgenommen hat, ob er Hufe für den Beschlag zugerichtet hat, ob er an Beratungsgesprächen mit den Kunden teilgenommen hat oder nur Handlanger war. All das liegt in der Verantwortung des Hufschmiedes. Eigenverantwortliche Bearbeitung der Hufe ist mehr die Ausnahme, denn die Regel, da das Risiko von möglichen Rechtsansprüchen bei Fehlleistungen an den u.U. sehr wertvollen Tieren auch von dem Hufschmied, bzw. dessen Versicherung getragen wird. Nach der Teilnahme an diesem Praktikum macht er einen 4monatigen Lehrgang an einer staatlich zugelassenen Lehrschmiede, und legt eine Prüfung ab. Bei 4 Monaten, also 88 Arbeitstagen sind das maximal 704 Stunden (meistens weniger, denn kaum eine Lehrschmiede bietet wirklich 8Std Unterricht an jedem Tag, weil einige Azubis von weit her anreisen müssen. Berechnet man beispielsweise montags und freitags nur 6Std, dann sind das nur noch 632Std. In der Ausbildungsverordnung für die Lehrgänge werden nur 18Std pro Woche + 2Std Ausgleichssport verlangt. Im Allgemeinen liegt die tatsächliche Zahl der Unterrichtsstunden irgendwo dazwischen). Das bedeutet, die Ausbildung zum Hufbeschlagschmied ist etwa doppelt so lang, wie die zum Huforthopäden. Schaut man in die Inhalte, findet man die identischen Anteile der Anatomie, Physiologie und Pathologie des Bewegungsapparates insb. der Extremitäten.

Ein sehr großer Teil der 4monatigen Ausbildung entfällt allein auf die handwerkliche Ausbildung, deren Grundkentnisse die Voraussetzung zur Lehrgangszulassung sind. So wird in der Schmiedekunst, den Schweißtechniken, der Kaltverformung von Stahl, das Herstellen der unterschiedlichsten Hufeisen nicht nur aus dem Rohmaterial (Stahl) geübt, die dann auch am Pferdehuf angebracht werden müssen, die Anbringung kann z.B. durch Nagelung erfolgen, die einiges Geschick erfordert. Die Barhufbearbeitung hat in der Ausbildung der Hufschmiede nur einen untergeordneten Stellenwert, es wird lediglich in einem Teil der Inhalte die Pflege unbeschlagener Hufe erwähnt, diese ist aber für die Prüfung nicht relevant.

weitere Informationen

  • DHG - Deutsche Huforthopädische Gesellschaft e.V.
  • DIfHO - Deutsches Institut für Huforthopädie

Zitiert aus:
Artikel Huforthopädie. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Mai 2008, 12:59 UTC. URL: de.wikipedia.org/w/Huforthop%C3%A4die (Abgerufen: 20. Juni 2008, 12:26 UTC)
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