Fahrgeschirr

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Nachschlagewerk/ Branchenbuch rund ums Pferd

- Ausrüstung für den Pferdesport -


Kumt

Das Kumt (oft auch Kummet oder Kummt) ist ein steifer, gepolsterter Ring oder besteht aus ebensolchen Ringsegmenten. Es wird dem Zugtier um den Hals gelegt und erlaubt es, die Zugkraft durch eine der Tierart entsprechende Gestaltung sinnvoll auf Brustkorb, Schultern und Widerrist zu verteilen. Bei Pferden wird erst dadurch ihre Zugkraft in vollem Umfang nutzbar. Es wird ein geschlossenes Kumt verwendet, die Zugkraft wird durch Brust und Schultern aufgebracht.

Das Kumt muss der Statur und Halsform des Pferdes angepasst werden, ansonsten kommt es schnell zu Druckstellen.

Das Kumt besteht aus:

  • einem Kumtkissen, ein gepolsteter Ring, meist aus Leder gefertigt und mit Stroh gefüllt.
  • einem Kumtbügel, der Stahlring, an dem die Deichsel bzw. die Anzen befestigt werden können. Der Ring lässt sich über einen Riemen öffnen.
  • einer Kumtspitze mit Schutzkappe, damit kein Wasser oder Staub in das Kissen eindringen kann.
  • einer Schlusskette (Einspänner) oder einem Langring (Zweispänner) zur Befestigung der Aufhalter.

Das Kumtgeschirr wurde bereits um 500 v. Chr. in China erfunden, erreichte Europa aber erst um 1000 n. Chr.

Brustblattgeschirr

Als Brustblattgeschirr oder Sielengeschirr bezeichnet man ein meist aus Leder oder Nylon gefertigtes Zuggeschirr. Früher wurde die Brustblattanspannung auch als Land- oder Juckeranspannung, gelegentlich auch als ungarische Anspannung bezeichnet.

Aufbau und Funktion: Der Zug erfolgt über das sogenannte Brustblatt, ein etwa 8 bis 12 Zentimeter breites, gepolstertes Lederstück, das über die Brust des Zugtiers verläuft. Auf beiden Seiten des Brustblatts sind die Zugstränge eingeschnallt, über welche die Kutsche gezogen wird. Getragen wird das Brustblatt von einem über den Hals verlaufenden Riemen, dem Halsriemen, auf dessen Oberseite meist zwei Metallringe, die sogenannten Leinenaugen befestigt sind, durch welche die Fahrleinen geführt werden.

Zum Brustblattgeschirr gehört weiterhin ein Selett (beim Einspänner-Brustblattgeschirr), auch Kammdeckel (beim Mehrspänner-Brustblattgeschirr) genannt, das hinter dem Halsriemen auf dem Rücken liegt und von einem Bauchgurt und meist auch einem Schweifriemen mit Schweifmetze gehalten wird. Im Einspänner trägt das Selett die Anzen des Wagens.

Herkunft und Verwendung: Das Brustblattgeschirr ist für schweren Zug, also schwere Lasten oder hügeliges Gelände nur bedingt geeignet, da es im Vergleich zum Kumtgeschirr eine geringe Auflagefläche hat und unter schwerer Last das Zugtier in der Bewegung und vor allem der Atmung einschränkt. Es war früher vor allem in ebenen Gebieten wie Ungarn üblich, während in hügeligen Gebieten und im bäuerlichen Bereich vor allem Kumtgeschirre verbreitet waren. Heute ist das Brustblattgeschirr aufgrund seiner Einfachheit und der vielfältigen Verstellmöglichkeiten zum meistverwendeten Geschirr im Fahrsport geworden.

Marathonkumt

Eine vor allem in den USA, immer mehr aber auch im europäischen Turniersport verwendete Sonderform des Kumt ist das Marathonkumt (auch: Französisches Kumt), eine Kombination von Kumt und Brustblatt in einem Stück. Das Marathonkumt verteilt die Zuglast auf Schulter und Bug des Pferdes und ist damit im Hinblick auf Zugleistung und Ausdauer eine moderne Alternative zum traditionellen Kumt.

Zitiert aus:
Artikel Geschirr (Zugtier). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. November 2007, 12:03 UTC. URL: de.wikipedia.org/Geschirr (Abgerufen: 28. Dezember 2007, 13:13 UTC)
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siehe auch

15:10, 28. Dez. 2007 (CET)

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