Englischer Sattel
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Der Englische Sattel wurde aus dem Trachtensattel entwickelt. Die Trachten sind jedoch deutlich kleiner, damit die Pferdeschultern mehr Bewegungsfreiheit bekommen. Der Reiter oder die Reiterin sitzt näher am Pferd und kann präzisere Gewichts- und Kreuzhilfen geben. Englische Sättel sind nicht als Arbeitssättel konzipiert, die den ganzen Tag auf dem Pferd liegen, sondern als Sportsättel für kurzzeitige Belastungen, die dem Reiter viel Bewegungsfreiheit bieten.
Die Sattelblätter sind die beiden großen Lederflächen rechts und links am Sattel. Auf ihnen liegt der Steigbügelriemen auf, der oben am Steigbügelhalter befestigt ist. Der Steigbügel hat einen Schlitz, durch den der Riemen hindurchläuft, so daß der Steigbügel am unteren Ende des Steigbügelriemens hängt. Unter den Sattelblättern liegen üblicherweise die Schweißblätter, die jedoch bei machen Sätteln fehlen. Zwischen diesen beiden Blättern befinden sich teilweise noch wesentlich kleinere Deckblätter, die die Gurtstrippen, an denen der Sattelgurt befestigt wird, verdecken.
Die Pauschen sind eine Polsterung vorne und teilweise auch hinten am Schweißblatt. Sie reichen vom unteren Teil des Blatts bis fast ganz oben. Obwohl die Pauschen unter dem Sattelblatt liegen, sieht man schon von außen ihre Lage, da das Leder des Sattelblatts über den Pauschen sich vom Rest des Blattleders unterscheidet und mit diesem durch eine Naht verbunden ist. In neuerer Zeit werden auch zunehmend Sättel produziert, bei denen die Pauschen oben auf den Sattelblättern angebracht werden. Je nach Sattelart sind die Pauschen unterschiedlich stark ausgeprägt und positioniert.
Dressursattel
Der Dressursattel hat eine kleine Auflagefläche.. Dank der flachen Polsterung sitzt der Reiter oder die Reiterin sehr tief am Pferd. Durch die flache Sitzfläche kann er die Hüfte nach Bedarf verschieben. Das lange, gerade geschnittene Sattelblatt erlaubt ein langes Bein, das für die differenzierte Hilfengebung in der Dressur wichtig ist. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde der abgebildete Sattel weiterentwickelt. Die Auflagefläche wurde vergrößert, indem die Polster nach hinten durch Keilkissen verlängert wurden, was bei Pferden mit langem, geraden Rücken eine gleichmäßigere Druckverteilung bewirkt.
Springsattel
Speziell für das Springreiten konstruiert, ist der Springsattel etwas länger und der Sitz flacher als der Dressursattel, wodurch weit nach vorn gezogene Sattelblätter mit hohen Pauschen ermöglicht werden, die dem Knie bei der Landung nach dem Sprung einen guten Halt bieten sollen. Er ist außerdem breiter als der Dressursattel und besser gepolstert, da er eher darauf angelegt ist, die freie Bewegung des Pferdes zu unterstützen, als darauf auch kleinste Hilfen zu übertragen.
Vielseitigkeitssattel
Mit dem Vielseitigkeitssattel kann sowohl Dressur, als auch Springen geritten werden. In Reitschulen ist er der häufigste Satteltyp, da er vielseitig einsetzbar ist und sich für Einsteiger eignet. Vielseitigkeissättel sind besonders gut für Ausritte geeignet, da man darin einerseits gut Halt findet und springen kann und dabei dank dem längeren Sattelblatt gut einwirken kann und bequemer sitzt als in einem extremen Springsattel. Es gibt Vielseitigkeissättel mit Schwerpunkt Dressur (VSD), die sich durch ein längeres, geraderes Sattelblatt und kleinere Pauschen auszeichnen. Vielseitigkeistsättel mit Schwerpunkt Springen (VSS) sind an einer weiter nach vorne geschnittenem, kürzerem Sattelblatt und stärkeren Pauschen erkennbar. Für kleine Springen genügt meist ein guter VSS. In großen Vielseitigkeitsprüfungen verwendet man für die Dressur einen Dressursattel, im Springen einen Springsattel und bei der Geländeprüfung einen speziellen Springsattel. In kleinen Prüfungen kann auch ein Vielseitigkeitssattel für alle drei Teilprüfungen genügen.
Rennsattel
Rennsättel sind besonders kleine und leichte Sättel, die bei Pferderennen eingesetzt werden. Bei ihnen liegt der Schwerpunkt nicht darin, einen für Pferd und Reiter angenehmen und sicheren Sattel zu bauen, sondern darin, dem Pferd unter seinem Reiter möglichst hohe Bewegungsfreiheit und damit möglichst hohe Geschwindigkeit zu ermöglichen. Zum Sitzen sind diese Sättel nur noch sehr eingeschränkt geeignet. Sie sollen es dem Reiter in ihrer modernen Form ermöglichen, seinen Schwerpunkt durch Vorbeugen des Oberkörpers in der Hocke nach vorne über den im Renngalopp extrem vorverlagerten Schwerpunkt des Pferdes zu bringen.
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Artikel Reitsattel. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 30. November 2007, 07:53 UTC. URL: de.wikipedia.org/Reitsattel (Abgerufen: 20. Dezember 2007, 13:06 UTC)
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siehe auch
- Sattler
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- Pflege der Lederausrüstung
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