Das Pferd in der warmen Jahreszeit- Krankheiten und Pflege
Aus Reiterforum-Thueringen
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Inhaltsverzeichnis |
Der Frühling, sommer und Spätsommer ist die schönste Zeit für Pferd und Reiter.
Für viele Pferde beginnt die Koppelzeit und für die Reiter endet die erzwungene Winterpause.
Frühling - Koppelgang
Umstellung auf Weidehaltung - typische Erkrankungen
Beim Übergang von der Stall- auf Weidefüttrung sollte vorsichtig erfolgen. Der Wechsel von trockenem und meist rohfaserreichem, eiweißarmen Stallfutter auf das wasserreiche, rohfaserarme und eiweißreiche Frühjahrsweidefutter kann zu Verdauungsstörungen führen. Es kann zu wäßrigem Durchfall, Koliken, mitunter in Einzelfällen zu Intoxikationen (Hufrehe, besonders bei Ponys) oder dicken, angelaufenen Beinen kommen.
Zur Verringerung des Risikos stellt man die Pferde im Frühjahr zunächst nur für wenige Stunden auf die Koppel oder es wird mit Grünfutter im Stall angefüttert.
Ist beides nicht möglich, sollte ...
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weitere Risiken bei der Umstellung auf Koppelgang
Die neuen Anforderungen an die Verdauung und der veränderte Stoffwechsel des Pferdes sind aber nicht die einzigen Risiken.
Jedes Jahr aufs neue wird die Rangordnung innerhalb der Herde neu festgelegt. Auch sind die Wallache trotz Kastration bemüht sich ein paar Stuten zu sichern.
Das alles kann zu Koppelunfällen führen. Häufig kommt es zu Verletzungen durch Tritte und Bisse.
Eine regelmäßige Kontrolle auch auf kleinere Verletzungen ist anzuraten. Offene Wunden sind auf jeden Fall zu reinigen und zu desinfizieren. Kontrolliert vor dem ersten Koppelgang die Aktualität und Vollständigkeit der Stallapotheke und eurer persönlichen Utensilien für die Erste Hilfe. Sinnvoll ist auch die Auffrischung eurer Erste-Hilfe-Kenntnisse.
Sommer - Hitze und Insekten
Auch für unsere Pferde ist ein heisser Sommer eine Belastung. Kreislaufprobleme, Wassermangel und Insekten machen ihnen zu schaffen. Typische Erkrankungen:
Sommerekzem
Das Sommerekzem ist eine teils erbliche Hautkrankheit von Pferden oder wird durch Insektenstiche hervorgerufen ...
- weiter Sommerekzem
Sonnenbrand oder Sonnenallergie ?
Pferde mit großen Blessen sind Sonnenbrand gefährdet, besonders die rosafarbene Haut um Nüstern und Maul. Hat ein Pferd Sonnenbrand, entstehen rote Stellen auf der Nase und es bildet sich Schorf ...
Hitzeschlag
Ein Pferd, das bei hohen Temperaturen arbeitet, aber kaum oder gar nicht mehr schwitzt, steht kurz vor dem Hitzeschlag. Es ist nahezu ausgetrocknet (dehydriert) und kann sich nicht mehr durch Schwitzen abkühlen...
- weiter Hitzeschlag beim Pferd
Dehydrierung
Hitze und Anstrengungen (Schwitzen), aber auch Erkrankungen (z.B. Durchfall) können beim Pferd schnell zu einem starken Flüssigkeitsverlust (Dehydration) führen.
Wasserbedarf eines Pferdes: ca. 50 Liter (Großpferd 30 bis 60 Liter je Tag)
Aber auch schlechte Wasserversorgung ist eine Gefahr
- kontrolliert, ob die Tränken verstopft, die Tränken der Pferde und die Wasserwagen auf der Koppel noch ausreichend gefüllt sind.
- bietet eurem Pferd vor und nach dem Reiten Wasser an. Auf langen Ritten auch einmal zwischendurch. Manche Pferde trinken kein fremdes Wasser, nehmt genügend Wasser mit.
- weiter Tugor- bzw. Hautfaltentest
Mineralmangel durch Schwitzen
Mit dem Schweiss gehen Mineralien und Spurenelemente verloren die das Pferd benötigt. Nicht nur Natrium und Chlor, was die Pferde durch den immer vorhandenen Salzleckstein ausgleichen können, sondern eine Vielzahl anderer Stoffe werden mit ausgeschwitzt, dadurch steigt der koerpereigene Bedarf an. Bei unumgänglicher starker Belastung an heissen Tagen empfiehlt sich eine zusätzliche Gabe von Minerialien (speziell Elektrolyten). Die wichtigsten Elektrolyte sind Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Chlorid, Phosphat und Hydrogencarbonat. ...
- weiter Pferdefütterung
Pferdepflege in der warmen Jahreszeit
trockene Hufe
Welcher Pferdehalter kennt das Problem nicht: trockene und rissige Hufe im Sommer . Die Hufwände brechen aus und werden fransig. Was bleibt ist die Frage, was man gegen die trockenen Hufe tun kann?
Huffett und -öl sind dazu nicht geeignet. Sie schaden mehr, als das sie helfen.
- Tips
- die Hufe in einen Eimer Wasser stellen und jeweils gute 10 Minuten einziehen lassen oder
- nasse Handtücher um die Hufe legen
- im Bach planschen oder mit dem Pferd baden gehen
- weiter Hufpflege
Insektenschutz
Die Pferdefliegen (in Europa:über 160 verschiedene Arten). Davon ist die "echte" Pferdebremse, die größte mitteleuropäische Fliegenart (bis 25 mm lang) nur eine der unterschiedlichen Stechfliegen, die als Pferdebremse, Bremse,betitelt werden. Besonders aktiv sind sie in Zentraleuropa zwischen April und August an schwülen Tagen. Sie übertragen die Erreger von Krankheiten wie z.B. der Borreliose, Ekzemen und Nesselfieber...
Reiten in der warmen Jahreszeit
- meidet die Mittagshitze.
- Die kühleren Morgen- und Abendstunden sind zum Training besser geeignet.
- Sind Turniere angesagt, wird häufig auch in der Mittagszeit gestartet. Gewöhnt euer Pferd langsam daran, auch bei diesen heißen Temperaturen Leistung zu zeigen.
- Bei auftretenden gesundheitlichen Problemen (Kreislauf oder Hitzschlag) sofort den Ritt oder das Training abbrechen und den den Tierarzt zu holen.
- Wer mittags reiten muss, sollte im schattigen Wald oder die Reithalle nutzen
- Die kühleren Morgen- und Abendstunden sind zum Training besser geeignet.
- Vor dem und nach dem Reiten tränken
- Fasch ist die übliche die Meinung, dass ein erhitztes Pferd einige Zeit nichts trinken darf.
- Richtig ist: Die durch Schwitzen verlorengegangene Flüssigkeit muss baldmöglichst ersetzt werden! Um den Kreislauf jedoch nicht zu stark zu belasten, darf das Wasser nur in kleinen Schlucken gegeben werden. Außerdem soll das Pferd geführt werden, damit das Wasser im Magen rascher erwärmen kann.
- Nach dem Reiten Pferde mit Wasser abkühlen
- Abgewaschen wird erst nach einer Pause. Das Pferd muß erst etwas Abkühlen!
- Gefühlvoll an Brust oder an den Schultern beginnen. Vor allem die Herz- und Nierengegend sowie Kruppe und Hinterhand dürfen nicht mit eiskaltem Wasser einfach übergossen werden, weil das Pferd dadurch einen Schock erleiden kann, der zu Herzversagen führt.
Hinweis zu Distanz, Wander- und Tagesritten
Das schöne Wetter fängt an und die Ritte werden länger. Eine große Gefahr für die Gesundheit unseres Pferdes ist allerdings die psychische und körperliche Überforderung ...
Baden mit dem Pferd
Pferde können sehr gut schwimmen. Man kann ohne weiteres auch im Wasser auf dem Pferd bleiben.
Die Ohren des Pferdes sollten über dem Wasser bleiben. Kurzes Tauchen ist aber kein Grund zur Panik. Es gibt sogar Pferde, die mit dem Kopf bis zu den Augen ins Wasser eintauchen, um sich vom Untergrund die leckersten Wasserpflanzen herauszufischen.
- Pfüft, so weit dies möglich ist, vor dem Baden
- die Sauberkeit (Müll, Flaschen)
- den Untergrund (nicht zu schlammig)
- und den Zugang zum Wasser (das Pferd muss leicht raus und rein kommen)
- macht das Pferd langsam mit dem Wasser vertraut, niemals etwas erzwingen
- lasst das Pferd den Untergrund prüfen
- solltet Ihr im Wasser absteigen, schwimmt in Schulterhöhe neben dem Pferd
- Hinweis: ein Pferd kann im Wasser auch einmal erschrecken, zB. bei Berührung durch Wasserpflanzen oder Fische
Verreisen mit dem eigenen Pferd
Es gibt die unterschiedlichsten Wünsche, warum man mit seinem Pferd den Urlaub gemeinsam verbringen will:
- Man wohnt nahe einer Stadt oder in einem dicht besiedelten Gebiet und möchte einmal lange ungestörte Ausritte genießen,
- man träumt davon einmal mit seinem Pferd am Strand reiten und im Meer oder See zu baden,
- oder man möchte sich wenigstens einmal richtig um sein Pferd kümmern, mit allem Drum und Dran...
- weiter Urlaub mit dem eigenen Pferd
was fehlt ?
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