Anlehnung /Reiten
Aus Reiterforum-Thueringen
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Anlehnung als Folge der Losgelassenheit ist die stete, weich federne Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul. Sie besteht, wenn das losgelassene Pferd die Anlehnung an das Gebiss sucht und somit an die Hand des Reiters herantritt: „Das Pferd sucht die Anlehnung, der Reiter gestattet sie.“ Das gibt dem Reiter die Möglichkeit, Gangart, Tempo, Haltung, Bewegungsrichtung usw. zu bestimmen und zu regulieren. Beizäumung (das Pferd „seht am Zügel“ → vermehrte Halswölbung und Biegung im Genick) ist die weiterentwickelte Stufe der Anlehnung als Folge- und Begleitererscheinung sachgemäßer Dressurarbeit. Dabei ist die Anlehnung abhängig vom Alter, Ausbildungsstand, Gebäude, Gangart und Tempo (Rahmenerweiterung), Grad der Versammlung.
Die richtige Anlehnung gibt dem Pferd die nötige Sicherheit, sein natürliches Gleichgewicht unter dem Reiter zu wiederzufinden und sich im Takt der verschiedenen Gangarten auszubalancieren.
Merkmale der Anlehnung:
- Genick ist höchster Punkt des Pferdes (außer bei Dehnhaltung)
- Stirn-Nasenlinie befindet sich leicht vor der Senkrechten
- Selbsthaltung ist gegeben
- Das Pferd wird von den Hilfen des Reiters eingerahmt
- Gute Maultätigkeit
Erreichen der Anlehnung: Das Pferd muss infolge der treibenden Einwirkung des Reiters vertrauensvoll herantreten. Die Anlehnung darf niemals durch Rückwärtswirken mit den Zügeln gewonnen werden.
Bei fehlerhafter Anlehnung tritt das Pferd nicht genügend mit der Hinterhand in Richtung unter den Schwerpunkt.
Häufige Fehler:
- Hinter der Senkrechten (höchster Punkt liegt im ersten Drittel des Halses, die Stirn-Nasenlinie befindet sich hinter der Senkrechten)
- Entsteht durch zu starke Handeinwirkung
- Korrektur: Vorgehen der Hand in Verbindung mit treibenden Hilfen
- Hinter dem Zügel (Stirn-Nasenlinie befindet sich hinter der Senkrechten, Pferd weicht den Zügelhilfen nach hinten aus in nimmt diese nicht an)
- Entsteht durch unruhige oder ständig zu hohe Hand oder durch eine mangelnde stete Verbindung
- Korrektur: Wiederherstellen der Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul (weiche, elastische und tief führende Hand), Longieren, vermehrtes Heranreiten an die Reiterhand
- Falscher Knick (höchster Punkt des Pferdehalses liegt zwischen dem dritten oder vierten Halswirbel)
- Entsteht durch Erzwingen der Anlehnung mit rückwärts wirkenden Händen; tritt vor allem bei Pferden mit tief angesetztem Hals auf (Disposition)
- Korrektur: elastische Verbindung zum Pferdemaul, ernergisches Treiben, häufiges „Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen“
- Auf dem Zügel (Pferd stützt sich auf dem Gebiss ab und tritt nicht genügend von der Hinterhand an das Gebiss heran)
- Korrektur: Angemessenes Annehmen und Nachgeben, Reiten von Übergängen, Aktivierung der Hinterhand durch vermehrtes Treiben (→ treibende Hilfen müssen vorherrschen)
- Gegen/über den Zügel (Stirn-Nasenlinie ist deutlich vor der Senkrechten, Pferd drückt mit der Unterhalsmuskulatur bei weggedrücktem, festgehaltenem Rücken gegen die Hand)
- Korrektur: Longieren vom kürzerem zum längerem Zügel, häufiges Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen, seitwärts weisende Zügelhilfe, um dem Pferd den „Weg in die Tiefe“ zu zeigen
Zitiert aus:
Artikel Ausbildungsskala. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 7. Dezember 2007, 14:28 UTC. ( Abgerufen: 9. Dezember 2007, 12:58 UTC)
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